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Dienstag, 12. März 2013

Oder anständig essen


Nach der Sintflut steht geschrieben: "Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ichs euch gegeben. Allein esset das Fleisch nicht in seinem Blut, in dem sein Leben ist." Gen 9,1-4 stehen diese Worte. Vor der Sintflut gab es nur Pflanzen zur Speise (vgl.Gen1,29). Besonders in den sechs Jahren als Vegetarierin traf mich dieser Zusatz immer hart. Gott, der die Bosheit des Menschen erkannt hatte, schien sich irgendwie damit abzufinden, doch der paradiesische Ausgangszustand war verloren. Auch mein guter Wille erlahmte irgendwann, und auch jetzt in der Fastenzeit, in der ich schon einige gute Vorsätze gebrochen habe, tappe ich eher als lahme Ente denn als Weltverbesserer herum. Aber hier soll es ja auch um gute Literatur gehen! Aus gegebenem Anlass möchte ich auf Karen Duves Buch "Anständig essen. Ein Selbstversuch" hinweisen, kein Klassiker, aber "Weltliteratur", die unsere aufgeweichten Hirne wieder konsequenter denken lässt. Fasten oder anständig essen muss kein Widerspruch bleiben. Höchstens für mich, die heute schon wieder mit einem Grillhähnchen nach Hause radelte.

Sonntag, 17. Februar 2013

Fastengeschichten

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche vom 13. Februar - 31.März  hat mich endlich erreicht. Ja, ich faste in diesem Jahr. Wie das? Zunächst einmal lese ich jeden Tag eine Geschichte zum Thema Fasten. Diese Geschichten begleiten mich oft über den ganzen Tag. Im Geiste streite ich zum Beipsiel mit Martina Hefter, die sich und anderen mutig vor Augen führt, was für ein Luxus es ist zu fasten, wenn man ohnhin arm ist. Da ich gerade völlig abgebrannt bin und mich Schwester Armut niemals mehr verlassen möchte, sondern treu zu mir hält, frage ich mich schon auch: was sollte ich denn noch weglassen? Noch hinzufügen? Ich laufe allerdings geschwächter durch den Alltag als vielleicht MH und so finde ich doch viele undichte Stellen in meinem Haus, die durchaus repariert werden könnten. Es ist nämlich so, die Armut ist mir treuer als ich ihr. Ich kaufe dies und das, vermisse und wünsche viel, vor allem viel mehr als gut für mich ist. Eine geistliche Übung wie das Fasten, das Bewachen, Festhalten von lebensnotwendigen Dingen, Gesprächen, Geschichten kann da nicht schaden. Meine Meinung.

Ankündigungstext auf amazon:
Die einen fasten sieben Wochen lang, um abzuspecken. Die anderen pilgern. Manch einer verzichtet eine Zeit lang darauf, seine Mitbürger zu beschimpfen. Und bisweilen ist es schlicht ein Perspektivwechsel, der durch »7 Wochen Ohne« angeregt wird: Das chrismon-Lesebuch zur Fastenaktion ausschließlich mit Originalbeiträgen hat für jeden der 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern ein literarisches Schmankerl. Die Autoren sind unter anderen: Ingeborg Arlt, Petra Bahr, Thommie Bayer, Thomas Brussig, Urs Faes, Manuela Fuelle, Nina Gomringer, Martina Hefter, Klaas Huizing, Kerstin Klamroth, Gisa Klönne, Judith Kuckart, Christoph Kuhn, Georg Ringsgwandl, Thomas von Steinaecker, Heinrich Steinfest, Fabian Vogt, Eva Zeller.
Das chrismon-Fastenlesebuch
Hg. Arnd Brummer
Verlag: edition chrismon
Seitenzahl: 280
Format: 15x21,5 cm
Einband Hardcover
19,90 EUR